So soll gute Schule sein

10 Sep

Wie ein gut gepflegter Garten mit unterschiedlichen blühenden Blumen. Jede schön auf ihre eigene Art. So soll nach unserer Meinung eine gute Schule sein. Jedes Kind erhält die besten Chancen für seine Entwicklung. Deshalb haben wir viele Vorschläge zur Verbesserung der Schulen entwickelt und die meisten davon auch als Gesetzesinitiativen dem Landtag vorgelegt. Wir haben dafür viel Zustimmung geerntet – von Eltern, von Lehrkräften und von Städten, Gemeinden und Landkreisen.

Nicht jedoch von der amtierenden Landesregierung oder von der CDU/FDP. Die haben alle unsere Vorschläge in den Wind geschlagen. Jetzt hat die CDU/FDP die Realität aber eingeholt. Der Druck von Eltern, Lehrern, Schülerinnen und Schülern, aber auch von den Kommunen ist zu groß geworden. Alle fordern bessere Schulen und einen besseren Unterricht. Der Kultusminister hat deswegen die Vertreterinnen und Vertreter aller Kommunen an einen „Runden Tisch“ geladen. Er will mit ihnen über Veränderungen reden. Darüber freuen wir uns.

Schön wäre es, wenn dabei viele unserer Ideen aufgegriffen würden. Wir sind davon überzeugt, dass wir viele gute Lösungen erarbeitet haben.


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7 Antworten to “So soll gute Schule sein”

  1. Frauke Heiligenstadt 7. November 2010 at 11:07 #

    Wir wollen ausdrücklich unsere Bewertungen und Vorschläge mit allen diskutieren. Deshalb wäre es schön, wenn sich hier viele einbrächten und mitdiskutierten. Die Vorschläge sind nicht abschließend. Es gibt Vieles, was in und für Schule heute besser gemacht werden könnte. Möglichst viele Anregungen und Vorschläge aber auch Meinungen sind daher für uns wichtig und wertvoll.

    • Dirk-D. Hansmann 8. November 2010 at 16:15 #

      Liebe LeserInnen,

      es ist “schon lange” her, da war ich Sprecher des Landesschülerrates Niedersachsen. In der Hauptsache zuständig im Bereich berufliche Bildung.

      Die derzeitige bildungspolitische Debatte erfüllt mich mit Angst. Haben gerade Kultusministerien mit CDU- und CSU-Führungen jeden Bildungsansatz zerschlagen, der dem parteipolitischen Willen nicht entsprach. In der Kultusministerkonferenz wurde gedroht, dass Abschlüsse nicht anerkannt werden. Damit wurde – wie Pisa bewiesen hat – eine Bildungsentwicklung zerschlagen die ein Industrieland auf die vorderen Plätze hätte bringen können.

      Jetzt versucht man den preußischen Schulgeist der Dreigliedrigkeit auch noch für weitere Jahrzehnte zu zementiert. Wie oft wurden die Verantwortlichen gefragt, wie diese alte Schule die Antworten für das 21. Jahrhundert geben soll. Darauf wird nicht geantwortet. Zynisch auf die Erfolge hoch vorsortierender Elitemodelle in Baden-Württemberg und Bayern gezeigt.

      Zum Glück sind die Eltern von heute anders informiert.

      Wichtig ist für mich allerdings eines: Der Bildungsanspruch. Junge Menschen sollen befähigt werden durch ihre Bildung zu sozialen Menschen zu werden. Sie aber auch qualifizieren einen persönlichen Lernplan zu entwerfen um ein lebenslanges lernen zu organisieren.

      Bildung ist nicht nur eine Ansammlung von Fakten. Bildung findet auch in Werten und dem Umgang mit Normen ihren berechtigten Ausdruck.

      Ökonomische Begründungen für die Dreigliedrigkeit – auch nicht in den Zwangs-Schul-Bündelungen ziehen nicht. Der Süden und der Süd-Westen sind aus ganz anderen Gründen ökonomisch so stark. Das liegt z.B. auch an einer zentralistischen Landesentwicklung. Bestimmt nicht allen bekannt, so wird in touristischen Randgebieten des Schwarzwaldes auf Straßenerhaltung verzichtet. Ansonsten wird in Stuttgart investiert. Stuttgart 21 ist nur der Gipfel eines versteckten Eisbergs. Mit München finden wir in Bayern auch dieses Vorgehen.

      Junge Menschen an die vielen Töpfe des Wissens zu führen ist die vornehmste Aufgabe von Bildung. Es ist schön, wenn die Schule als geschützter Raum auch damit zu experimentieren dient. Und ich benutze das Wort des Dienens mit Absicht. Schule ist kein Dienstleistungsort, sondern Schule ist ein Dienen an den jungen Menschen. Ihnen deutlich machen, dass sie nicht perspektivlos sind.

      Bildung ist kein Selbstzweck. Sie bildet das Gerüst für starke schöne Menschen.

      Ich hoffe, dass wir Schulen in diesem politischen Raum durchsetzen, die zur lebenslangen Bildung einladen. Wir werden noch viel mehr für die Öffnung von Schulen einsetzen müssen. Die Schmalspurschulen wie sie eher den Bedürfnissen von Finanzpolitikern erdacht wurden sollen keine Sackgasse für unsere Kinder sein.

      Ich wünsche allen Beteiligten eine hohe Frustrationsgrenze, viel Spaß und natürlich Erfolg in der Auseinandsetzung.

      Mit kollegialen Grüßen
      Dirk-D. Hansmann

      • Anne Deutsch 17. November 2010 at 20:07 #

        Hallo liebe Frauke,

        lieber Dirk,

        ich finde die neue Seite ganz hervorragend aber vermisse den Hinweis auf das Volksbegehren!

        Es ist ein wichtiges Instrument für die Umsetzung zur Guten Schule!

        Bis dann – eure Genossin
        Anne Deutsch aus OHZ

  2. Claus Peter Poppe 21. November 2010 at 13:50 #

    Allen Aktiven beim Volksbegehren zur Unterstützung: Der neue Name “Oberschule” soll nur verschleiern, dass Kultusminister Althusmann und die Regierungsfraktionen sich dem Konsens von Landeselternrat, Kommunen und Lehererverbänden verweigern. Eine Oberschule ist keine IGS, der Kampf für wirklich integrativen Unterricht muss weitergehen.

  3. Gabi Diercks-O'Brien 29. November 2010 at 17:02 #

    Die Elterninitiative Außengelände KITA Tausendfüßler/Astrid-Lindgren-Schule Kirchdorf hält die im niedersächsischen Schulgesetz verankerten Maße für die Mindestgrößen für Schulaußengelände für nicht zeitgemäß. Dort gelten 3-5m2 pro Kind an Pausenhoffläche. Für Kindergartenkinder gelten 12m2 pro Kind. Unter heutigen Bedingungen werden Kinder früher eingeschult (Alter 5 Jahre), in Ganztagsschulen betreut und verbringen aufgrund von sozialen und ökonomischen Veränderungen weniger Zeit auf dem Sportplatz oder Spielplatz und dafür mehr Zeit vor dem Fernseher und dem PC.

    Wir finden, dass dem Ganztagsbetrieb auch ein angemessener Bewegungsraum zuteil werden sollte, insbesondere im Grundschulbereich. Im Gesetz sollten diesbezüglich zumindest Empfehlungen für größere Spielflächen auf dem Pausenhof gemacht werden (dort, wo realisierbar), um den Veränderungen in unserer Gesellschaft Rechnung zu tragen und eine kindgerechte Entwicklung zu gewährleisten.

    In unserem konkreten Fall in Kirchdorf (Ortsteil Barsinghausen am Deister) würde dies bedeuten, dass eine wertvolle öffentliche Fläche, die an die Schule angrenzt, nicht als Bauland verkauft wird (so der jetzige Plan – wurde übrigens auch schon so in anderen Ortsteilen realisiert). Stattdessen könnte diese Fläche dazu dienen, verbesserte Bewegungs- und Entwicklungsräume für unsere Kinder an der Grundschule zu bieten.

    Natürlich lässt sich mehr Pausenhoffläche nur in den seltensten Fällen verwirklichen. Zumindest könnte eine Empfehlung im Gesetz für mehr Raum, dort wo realisierbar, bessere Bedingungen an der einen oder anderen Schule in Niedersachsen schaffen.

    Vielen Dank fürs Lesen.

    Gabi Diercks-O’Brien, SPD OV Barsinghausen

    • Frauke Heiligenstadt 1. Dezember 2010 at 13:44 #

      @ Gabi vielen Dank für den wichtigen Hinweis. grundsätzlich gilt natürlich, dass zum guten Lernklima auch ein gutes Gebäude, ein guter Lernraum und ausreichende Flächen zur Verfügung stehen. Wir werden diesen Hinweis gern in unsere Überlegungen mit einbeziehen.

  4. Hans Schächl, Isernhagen 10. Dezember 2010 at 18:58 #

    Mir kommt bei der Diskussion um die Frage, wie “gute Schule” sein soll, der Aspekt der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung viel zu kurz. Alle unsere Bemühungen um eine gute Schule müssen auf die Kernaufgabe der Schulen, nämlich eine möglichst hohe Unterrichtsqualität zu gewährleisten, gerichtet sein, und die ist in erster Linie von der päddagogischen Kompetenz unserer Lehrkräfte abhängig. Strukturdebatten sind nicht unwichtig. Selbstverständlich bin ich für integrierte Gesamtschulen und Ganztagsschulen, um die öffentlichen Ressourcen so effizient wie möglich einzusetzen. Ich vermisse in diesem Zusammenhang allerdings Initiativen der Landtagsfraktion zur Verbesserung der akademischen Lehrerinnen- und Lehrerausbildung einerseits und zur Abwehr der sich leise vollziehenden Kürzung des Vorbereitungsdienstes in der 2. Phase der Lehrerinnen -und Lehrerausbildung andererseits. Möglicherweise sind mir diesbezügliche Aktivitäten der Landtagsfraktion nicht bekannt. Das wäre dann aber ein bedauerliches Indiz dafür, dass “unsere” Politik nicht in der notwendigen Intensität in die Öffentlichkeit transportiert und erklärt wird.
    Wir haben wenig davon, wenn wir uns auf solchen Foren gegenseitig unsere Meinung bestätigen – manchmal auch kontrovers diskutieren – es uns aber nicht gelingt, für unsere Anliegen und Konzepte eine breite Öffentlichkeit herzustellen.

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